FAQ – Fragen & Antworten zur BauID

  • Was ist die BauID?
    Die Bau ID ist eine Karte für den Bauarbeiter, mit der auf der Baustelle vom Baustellenverantwortlichen und von den staatlichen Kontrollorganen (Finanzpolizei, BUAK) überprüft werden kann, ob die gesetzlichen Bestimmungen in Österreich – wie zum Beispiel Meldung bei ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) und BUAK (Bauarbeiter- Urlaubs- und Abfertigungskasse) – tatsächlich eingehalten werden.

    Die Überprüfung kann direkt auf der Baustelle mit der BauID des dort tätigen Bauarbeiters vorgenommen werden. Dabei werden tagesaktuelle Informationen darüber eingeholt, ob der Bauarbeiter bspw. bei ÖGK und BUAK gemeldet ist. Bei nach Österreich entsandten Arbeitnehmer wird zusätzlich abgefragt, ob eine Entsendemeldung abgegeben wurde bzw. ob allenfalls notwendige arbeitsmarktrechtliche Bewilligungen vorliegen.

  • Wer kann eine BauID-Karte beantragen bzw. wer erhält diese?
    Der Antrag zur Ausstellung der BauID-Karte erfolgt durch den Arbeitnehmer oder durch seinen Arbeitgeber, wenn dieser vom Arbeitnehmer dazu bevollmächtigt wurde. Die Zustellung der Karte durch die BauID erfolgt immer direkt an den Arbeitnehmer.
  • Ist die Teilnahme an BauID freiwillig?
    Ja, und das ist gesetzlich so geregelt, da die Teilnahme an der BauID sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber auf einer vertraglichen Vereinbarung beruht. Für die Teilnahme besteht keinerlei gesetzliche Verpflichtung. Falls ein Unternehmen am BauID-System teilnehmen will, muss es einen Dienstleistungsvertrag mit der BauID GmbH abschließen.
  • Wer wird die BauID betreuen bzw. steht dahiner?
    Die Bau ID wird von der BauID GmbH ausgegeben und betreut. Die BauID GmbH ist eine 100% Tochter der BUAK und somit unabhängig, nicht zu verkaufen oder zu teilen. Gegenüber den potenziellen Anwendern des Systems ist somit dauerhaft eine 100%ige Marktneutralität sichergestellt.
  • Wird spezielles Equipment benötigt, um diese zu benutzen?
    Zur Benützung der BauID durch den Arbeitnehmer oder den Baustellenverantwortlichen wird lediglich ein Handy benötigt, das nach dem heute üblichen Standard NFC-fähig ist. Smartphones, welche nicht über die benötigte NFC-Einrichtung verfügen können alternativ auch den auf der Karte aufgedruckten QR-Code lesen. Sollte auch diese Möglichkeit nicht bestehen kann die angeführte Kartennummer per Hand ins System eingetippt werden.
  • Wird im Rahmen der BauID in Echtzeit bei ÖGK und BUAK abgefragt?
    Ja, es werden die zum Zeitpunkt der Abfrage bei den relevanten Institutionen (ÖGK, BUAK, AMS) gespeicherten Daten tagesaktuell abgefragt.
  • Welche Kriterien werden abgefragt (Einstufung, Wochenarbeitsstunden )?
    Bei der Abfrage der Daten ist zu unterscheiden, wer die Datenabfrage durchführt:

    Vom Baustellenverantwortlichen werden im Wesentlichen Daten zum Status des Beschäftigungsverhältnisses (SV-Anmeldung für bei österreichischen Firmen beschäftigten AN, BUAK-Anmeldung auch für entsandte/überlassene AN) abgefragt. Der Arbeitnehmer hat u.a. die Möglichkeit, seine Urlaubs- und Abfertigungsansprüche gegenüber der BUAK abzufragen. Für die staatlichen Kontrollorgane sind u.a. der Name des Arbeitgebers, der Beginn und das Ende des Beschäftigungsverhältnisses, die Höhe des kollektivvertraglichen Mindestlohns, die vereinbarte wöchentliche Normalarbeitszeit und bei Teilzeit das Ausmaß und die Lage der Arbeitszeit sowie die Baustellenbezeichnung und -adresse abrufbar.

  • Wird auch nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz geprüft?
    Auch das Vorliegen arbeitsmarktrechtlicher Bewilligungen soll über eine Schnittstelle zum zuständigen AMS abgefragt werden.
  • Bekommen auch entsendete, bzw. überlassene Mitarbeiter aus dem EU-Ausland eine BauID?
    Ja, grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer, welcher auf österreichischen Baustellen eingesetzt wird, eine BauID-Karte erhalten. Auf der Karte selbst sind nur einige wenige Daten zur Identitätsfeststellung gespeichert (Name, Foto und eindeutige Identifikationsnummer für das BauID-System). Bei Aktivierung des Arbeitnehmers im System werden entsandte bzw. aus dem Ausland überlassene Arbeitnehmer aber nur dann „grün“ geschaltet, wenn gültige A1-Bescheinigungen vorliegen, eine Entsendemeldung abgegeben wurde und die allenfalls notwendigen arbeitsmarktrechtlichen Bewilligungen vorliegen.
  • Was ist das Hauptziel und wie schafft die BauID faire Bedingungen auf den Baustellen?
    Sozialpartner und Behörden haben ein gemeinsames übergeordnetes Ziel: Sozialbetrug sowie Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen. Wesentlich ist die Möglichkeit für die Baustellenverantwortlichen, laufend sämtliche Mitarbeiter auf ihren Baustellen hinsichtlich Melde-Status zu prüfen. Das System unterstützt daher nicht nur die staatlichen Kontrollbehörden bei ihren stichprobenartigen Schwerpunktkontrollen, sondern ermöglicht bereits im Vorfeld eine lückenlose Selbstkontrolle. Dazu ist es notwendig, gesetzlich definierte Schnittstellen zur Status-Abfrage bei öffentlich-rechtlichen Institutionen unter Einhaltung des Datenschutzes zu schaffen.
  • Was sind die Vorteile der BauID-Branchenlösung?
    Die Datenabfrage erfolgt über Schnittstellen, wodurch schnellstmögliche Rückmeldungen garantiert sind. Die Ergebnisse der Datenabfragen stehen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und den Kontrollbehörden im zur Zielerreichung der Sozialbetrugsvermeidung/-bekämpfung erforderlichen Umfang zur Verfügung.
  • Wer finanziert die BauID mit welchen Geldern?
    Die BauID finanziert sich durch die Branche selbst. Es werden keine Steuergelder eingesetzt.
  • Werden elektronische Identitäten (Handysignatur, E-ID) unterstützt?
    Ja, eine Kooperation mit ID-Austria ist in Vorbereitung.
  • Wie lange wird eine BauID-Karte gültig sein?
    Geplant sind 10 Jahre.
  • Sind die Karten der BauID fälschungssicher?
    Ja, wie eine Bankomatkarte oder der Führerschein.
  • Wie wird die Identität der betroffenen Person sichergestellt?
    Identitätsprüfungsverfahren per App/Video-Call oder E-ID.
  • Welche Daten werden auf der Karte aufgedruckt bzw. gespeichert?
    Vorname, Nachname, , Mitarbeiter-Nummer bei BauID, 3D-Barcode und die Kartennummer.
  • Wann werden Daten der öffentlichen Hand an Unternehmen übermittelt?
    Bei jedem Scan-Vorgang, je nach Berechtigungsstufe.
  • Was ist der Vorteil der BauID-Karte auf der Baustelle?
    Die digitale Erfassung der Arbeitnehmer auf der Baustelle gewährleistet eine schnellere Überprüfung und Dokumentation der anwesenden Personen auf der Baustelle, schafft mehr Datensicherheit, reduziert den Papierkrieg und steigert die Effizienz im Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping und somit Sozialbetrug.
  • Welche Vorteile hat die BauID Karte für den Arbeitnehmer?
    Der AN soll mit der Karte in seine bei der BUAK gespeicherten Ansprüche einsehen und zudem jederzeit seinen Meldestatus überprüfen können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Unterlagen des AN (beispielsweise Lohnunterlagen, Qualifikationsnachweise) abzurufen.
  • Wird die Finanzpolizei nach Einführung der BauID weitere Kontrollen durchführen oder nicht?
    Die Finanzpolizei wird auch weiterhin Kontrollen durchführen. Sofern zu prüfende Unternehmen die BauID Card verwenden, werden diese Kontrollen auch durch die Finanzpolizei mit Zuhilfenahme der BauID-App für staatliche Prüfer schneller und effizienter durchgeführt.
  • Ab wann ist die Einführung der BauID geplant?
    Mit der Umsetzung der BauID wird nach Abschluss des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens und Vorliegen einer diesbezüglichen Beschlussfassung im zuständigen Gremium der BauID GmbH begonnen. Ein Probebetrieb soll ab Jänner 2022 mit einigen Unternehmen erfolgen. Der offizielle Start für alle Unternehmen soll im 3. Quartal 2022 erfolgen.
  • Warum gibt es mit der BauID eine Branchenlösung und keine generelle Gesamtlösung?
    Ein Großprojekt mit hunderten Stakeholdern unter Berücksichtigung aller Besonderheiten der einzelnen Branchen sowie unterschiedlicher Gesetze und Bestimmungen erscheint kurz- und mittelfristig nicht realistisch. Daher haben sich die Stakeholder in der Bauwirtschaft auf eine Branchenlösung geeinigt, welche auf die Besonderheiten der Bauwirtschaft Rücksicht nimmt. Dies schließt jedoch eine generelle Gesamtlösung nicht aus. Eine mögliche zukünftige zentrale Betrugsbekämpfungsplattform könnte z.B. auf die zugeschnittenen Branchenlösungen zugreifen und sämtliche Informationen bündeln.
  • Welche AN und Unternehmen könnten über diese Branchelösung von der BauID profitieren?
    Alle AN, welche auf Baustellen eingesetzt werden – egal welchem Kollektivvertrag sie unterliegen. Beginnend vom Aushub bis zur Schlüsselübergabe, sprich vom Baggerfahrer, Bauarbeiter, Spengler, Installateur bis hin zum Bodenleger.